Medienmitteilung: Stadt Bayreuth veröffentlicht eigenes Monitoring

Die Klimastimmen begrüßen das neue „Monitoring Bayreuth“ - und weisen auf Lücken hin. Was sind positive Impulse aus dem Monitoring der Stadt und Unterschiede zum „Klimaportal Bayreuth“ der Klimastimmen?

Bildschirmaufnahme der Internetseite "Monitoring Bayreuth"
© Stadt Bayreuth
Datum
12.02.2026 09:34 Uhr
Von
Klimastimmen Bayreuth
Themen & Kategorien
Gesellschaft
Kommunikation
Stadt Bayreuth

Vor wenigen Tagen hat die Stadt Bayreuth die Internetseite „Monitoring Bayreuth“ veröffentlicht, die über die Umsetzung des Klimaschutzkonzepts von 2022 und des Mobilitätskonzepts von 2025 informiert. Die Klimastimmen, eine ehrenamtliche Initiative für Klimapolitik in Bayreuth, begrüßen das neue Monitoring. Zugleich kritisieren sie, dass die bisherigen Maßnahmen bei Weitem nicht ausreichen, und fordern von Politik und Verwaltung mehr ehrliche Kommunikation und echte Veränderung.

Bereits im September hatten die Klimastimmen ihr „Klimaportal Bayreuth“ als zivilgesellschaftliche Monitoring- und Aktionsplattform veröffentlicht. Von Seiten der Stadt selbst gab es bisher hingegen nur einen jährlichen Bericht der Klimaschutzmanagerinnen im Umweltausschuss und nur die Präsentation von 2024 wurde öffentlich im Internet zur Verfügung gestellt.

„Wir freuen uns über die Transparenz, die das neu veröffentlichte Monitoring der Stadt nun schafft“, sagt Paul Birkner für die Klimastimmen. Als besonders positiv hebt er den übersichtlichen Aufbau und die Detailtiefe der Informationen hervor. „Wir werden uns die neu zur Verfügung gestellten Informationen in Ruhe anschauen und sie dann in unserem Klimaportal berücksichtigen und einordnen“, sagt Paul Birkner.

Was bietet das neue Monitoring?

Das städtische Monitoring bildet zum einen die Entwicklung der Treibhausgasemissionen und zum anderen den Umsetzungsfortschritt der städtischen Klimaschutzmaßnahmen ab. Hinsichtlich der Emissionen begrüßen die Klimastimmen, dass die Verwaltung neue Zahlen für die Jahre 2020 bis 2024 veröffentlicht hat. Diese zeigen, dass Bayreuth bei Fortsetzung des derzeitigen Trends das vom Stadtrat beschlossene Ziel der Klimaneutralität bis 2040 deutlich verfehlen wird. Ein ausführlicher Bericht über die neuen Zahlen soll der Stadt zufolge in Kürze veröffentlicht werden.

Über den Umsetzungsstand des Klimaschutzkonzepts klärt das „Monitoring Bayreuth“ mit Informationen über insgesamt 136 Maßnahmen auf. Dabei ist erkennbar, dass die Verwaltung nicht bei den 2022 beschlossenen Maßnahmen stehen bleibt: 26 neue Maßnahmen tauchen im „Monitoring Bayreuth“ auf, vor allem im Bereich Hitzeschutz für St. Georgen. Andererseits fehlen auf der neuen Plattform bisher 24 Maßnahmen aus dem Klimaschutzkonzept. Das Monitoring des 2025 beschlossenen Mobilitätskonzepts enthält 25 Maßnahmen, jedoch allesamt ohne Zahlen und zeitliche Meilensteine.

Bildschirmaufnahme der Internetseite "Monitoring Bayreuth"
Screenshot aus der Übersicht der Maßnahmen im "Monitoring Bayreuth" © Stadt Bayreuth

Schwächen werden erneut deutlich

Außerdem zeigen sich auf der neuen Plattform „Monitoring Bayreuth“ erneut einige grundlegende Schwächen der kommunalen Klimapolitik: Statt große Hebel zur Senkung der Treibhausgasemissionen in den Bereichen Wärme, Strom und Mobilität zu nutzen, betreffen die Maßnahmen überwiegend nur punktuelle Projekte oder vorbereitende Konzepte und Studien. Die quantifizierbaren Emissionen, die durch die dargestellten Maßnahmen vermieden werden sollen, ergeben nach Analyse der Klimastimmen insgesamt lediglich 9 Prozent der Gesamtemissionen in Bayreuth. Das Monitoring der Einzelmaßnahmen zeigt somit in Summe nicht annähernd die Einsparungen, die erforderlich sind, um die Klimaneutralität bis 2040 zu erreichen.

Ulf Boderius, ebenfalls ehrenamtlich bei den Klimastimmen aktiv, sagt dazu: „Das Monitoring der Stadt ist ein richtiger und wichtiger Schritt. Es wird allerdings deutlich, dass viele Hebel gar nicht bei der Verwaltung selbst liegen, sondern auch andere Akteure aus Zivilgesellschaft und Wirtschaft in die Pflicht genommen werden müssen, um die angestrebte Klimaneutralität zu erreichen. Es ist daher wichtig, dass die Stadt diesen Playern große Freiräume beim Selbst-Tätigwerden einräumt, bürokratische Hürden gering hält und wenn nötig bei der Umsetzung der Projekte unterstützt.“

Mit ihrem eigenen Klimaportal wollen die Klimastimmen einen Beitrag für den dringend notwendigen, gesamtgesellschaftlichen Wandel leisten: Neben dem eigenen, unabhängigen Monitoring enthält es einen umfangreichen Mitmach-Bereich, der konkrete Handlungsmöglichkeiten anbietet und aufzeigt. Seit Neuestem gibt das Klimaportal außerdem einen Überblick über Bildungsangebote rund um das Thema Klima. Neben dem Fokus auf „Mit-Machen“ verstehen die Klimastimmen ihre Plattform auch als ausgestreckte Hand an die Verwaltung, die Bevölkerung stärker in Entscheidungen einzubeziehen.